Donnerstag, 19. April 2018

Dutch Oven - Quick & Easy


Direkt nach der Rückkehr aus den Ferien konnte ich ein neues Buch, erschienen im Heel Verlag, nämlich "Dutch Oven - Quick & Easy" (*) von Marco Ringpfeil aufschlagen.


Auch wenn es bereits schon einige Bücher zum Thema Dutch Oven auf dem Markt gibt, so ist dieses definitiv unter denen, welche ich persönlich empfehlen kann.

Angefangen bei einer kleinen Einführung in die Thematik der schwarzen Töpfe und Pfannen geht es dann über in den umfangreichen Rezeptteil, der sich in Bereiche aufgliedert:

  • Suppen und Eintöpfe
  • Hauptgerichte
  • Gebackenes
  • Desserts und andere süsse Sachen
Die Bandbreite bieten für jeden etwas und enthält neben Dutch Oven Klassikern, wie z.B. Schichtfleisch (das ich übrigens selbst bis jetzt immer noch nicht gemacht habe) auch traditionelle Gerichte, die entsprechend auf das Kochgerät umgesetzt wurden und somit auch bei Lagerfeueratmosphäre genossen werden können, anstatt wie sonst an Omas Esstisch.

Zahlreiche Tipps runden das Gesamtwerk ab und letztlich ist das Einzige, was mir etwas ungewohnt erscheint, die Angabe von Oberhitze (durch die entsprechende Brikettzahl auf dem Deckel) bei Suppen und Eintöpfen. Für mich etwas erstaunlich, da ich solche Sachen (auf dem Herd und im Dutch Oven) nur mit Unterhitze mache. Das Gespräch mit Bekannten hat mir allerdings gezeigt, dass andere auch der Meinung sind, dass - zumindest bei Ihnen - so die Temperaturkontrolle einfacher sei. Ich denke, hier findet jeder sicher seinen eigenen Gusto.



Hier noch das Buch in kurzer Übersicht:
  • Gebundene Ausgabe mit 160 Seiten und zahlreichen Farbfotos
  • Heel Verlag GmbH
  • ISBN: 978-3-95843-635-0
  • Abmessungen: 210 x 260 mm

Wer Interesse an dem Buch haben sollte, den bringt ein Klick auf das Bild direkt zum Angebot bei Amazon (*).

 Dutch Oven - Quick & Easy




Mit (*) gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliatelinks.

Sonntag, 8. April 2018

Streetfood in der Schweiz


Streetfood ist in den letzten Jahren sehr populär geworden und auch hier in der Schweiz zeigt der Trend definitiv eine stark ansteigende Tendenz. Doch leider lässt sich ebenfalls feststellen, dass es qualitativ deutliche Unterschiede z.B. zwischen Festival in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt. Die Frage ist jetzt nur, warum ist die Qualität des Streetfoods hier in der Schweiz deutlich schlechter als bei den beiden Nachbarn obwohl das Preisniveau den jeweiligen Ländern entsprechend ist?

Aber erst einmal zu den Fakten: deutsche Streetfoodfestivals konnte ich bis jetzt leider noch keine besuchen, aber ich ich habe bei einigen Bekannten Bilder gesehen (und auch das entsprechende Feedback bekommen), mit deren Hilfe man doch schon einige Rückschlüsse auf die offenbar gute Qualitöt schliessen kann.

Ein Streetfoodfestival in Österreich habe ich immerhin besucht und konnte dort ein sehr gutes Bild gewinnen, das sich mit dem deckt, was ich vorher auch schon gehört hatte. Es gab teilweise recht aufwändige Gerichte von guter Qualität zum angemessenen Preis.





Die Festivals in der Schweiz haben sich leider deutlich unterschieden: die sonst qualitativ gute Küche, die man vielerorts in Restaurants findet, ist hier definitiv seltener vertreten. Häufig werden hier frittierte Produkte serviert (und ich dachte vorher immer, dass die Holländer alles frittieren), die natürlich schnell und einfach herzustellen sind, aber geschmacklich nicht die grosse Herausforderung darstellen. Natürlich gibt es auch gute Sachen, die aus dem heissen Fett kommen, wann das aber gefühlt an jedem zweiten Stand der Fall ist, dann läuft etwas schief.




Burger sieht man auch recht häufig und während auf den "normalen" Festivals die Burger eher durchschnittlich waren,  bot sich glücklicherweise auf dem Burgerfestival in  Zürich (zumindest grösstenteils) ein anderes Bild. Klar, hier waren auch Exemplare dabei, bei denen man das Fleisch unter der Salatgarnitur suchen musste, aber im Grossen und Ganzen wurde schon etwas ordentliches geboten.





Jetzt zurück zur Ausgangsfrage: warum unterscheidet sich die Qualität dermassen in diesen Ländern? Für Deutschland und Österreich kann ich es nicht beurteilen, aber bzgl. der Situation in der Schweiz hatte ich vor kurzem ein interessantes Gespräch. Bei den genannten Preisen für einen Stand an einem Festival, das nicht unbedingt in einer Hochpreisregion stattfindet, den Durchschnittspreisen und -kosten für eine Gericht, wird sehr schnell ersichtlich, dass es nur noch über eine grosse Masse geht, die man an den Mann bringen muss. Und bei solchen Mengen wird es definitiv schwierig, hier noch eine gewisse Finesse in die Gerichte einfliessen zu lassen. Während ich beispielsweise in Österreich immer eine Wartezeit hatte (und das ist ja auch in Ordnung), wurde ich in der Schweiz an den Ständen sofort (mit der frittierten Ware) bedient. Keine Wartezeit und bei entsprechendem Kundenandrang auch ein höherer Durchsatz. So kann man dann auch die wirklich hohen Kosten decken. Die Qualität bleibt auf der Strecke... und der Gast überlegt es sich wahrscheinlich, ob er nochmals auf ein solches Festival geht.

Somit bleibt aber auch der Werbeeffekt auf der Strecke, denn viele der Stände resultieren aus bestehender Gastronomie: ist das Essen gut, geht man sicher auch mal zum Essen in das Restaurant, schmeckt es nicht, ist die Wahrscheinlichkeit eines Besuches eher geringer.

Diese Einschätzung stellt natürlich nur einen Eindruck dar, der aus meinen persönlichen Erfahrungen heraus resultiert, evtl. habe ich einfach nur die falschen Festivals besucht, wobei man dazusagen muss, dass man viele der Anbieter auf ziemlich jedem Festival in der Region findet.

Sicherlich werde ich dieses Jahr das ein oder andere Festival besuchen, möglicherweise lässt sich ja der erste Eindruck noch etwas korrigieren (oder eben verfestigen).

Samstag, 17. März 2018

Im Zeichen des Kleeblatts


An vielen Orten der Welt wird heute der irische Nationalfeiertag begangen, Gebäude und Wahrzeichen erstrahlen in grün, Gewässer färben sich grün... und hier gibt es einen passenden Burger.

Die Idee für diesen Burger hatte ich schon länger, aber irgendwie ist es mir immer wieder gelungen, das Timing zu verbummeln, weshalb er erst jetzt wirklich gemacht wurde!

Da mit dem St. Patrick's Day die Farbe grün einhergeht, ist es - zumindest für mich - hier naheliegend gewesen, das grüne Element mit einfliessen zu lassen. Gleichzeitig wollte ich durch andere Farben auch noch entsprechende Kontraste für diesen irischen Burger schaffen. Aus diesem Ansatz heraus entstand dann folgendes:
  • Grünes Bun auf Basis des Deja-MOO Cuban Bun mit Spinatpulver für die Farbe

  • karamellisierte Zwiebeln mit Guinness

  • Radieschenscheiben
  • Chili-Limetten-Mayonnaise
  • Galloway-Pattie mit Fleisch von Marcel Arnold
  • irischer Cheddar
  • Tomatensugo

Durch die Kombination der verschiedenen Zutaten ergab sich ein tolles Aroma: eine leichte Erdigkeit durch die im Bier geschmorten Zwiebeln, Säure und leichte Schärfte durch die Mayonnaise, ein Hauch fruchtige Süsse durch das Sugo und natürlich ein geiler Fleischgeschmack vom Galloway!


Neben einem Guinness würde auch das Magic Ghost der Brasserie Fantôme aufgrund seiner grünen Farbe sehr gut passen...



Mittwoch, 7. März 2018

BBQ on Snow 2018, Tag 2


Nach einer kurzen und heissen Nacht (heiss im wahrsten Sinne des Wortes, denn in meinem Zimmer war so eingeheizt, dass ich nur beim Liegen schon Schweissperlen auf die Stirn bekam) ging es am Morgen bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein zur Frühstücksvorbereitung. Eier und Speck, French Toast, frisches Brot, Hefezopf und natürlich wieder den leckeren Kaffee von Dead or Alive Coffee. Neben den Maschinen, die Inhaber Michael mitgebracht hatte, hatte ich auch den Perkomax dabei und bereitete damit eine Kanne zu, um die Lebensgeister zu wecken.




Nachdem (fast) alle dann auch wieder die Augen offen hatten, gab es einen Exkurs in die Welt des Backens, indem uns August von der Bäckerei Dorner eine Vorführung und Einweisung zum Thema gab. Während die meisten gegen inzwischen 10.00 Uhr gerade mal eine Stunde aus dem Bett heraus waren, hatte er schon 8 Stunden in der Bäckerei hinter sich. Es wurden verschiedenste Brote auf diversen Grills gebacken (dazu auch ein Brot auf dem Yagoona Ringgrill), es gab Käsefladen und ein paar Burgerbuns wurden auch noch nachgeschoben. Der Teig war ein eher rustikaler Teig mit einer Ciabatta-Gewürzmischung, die sich definitiv als sehr lecker erwies!




Während ich mich dann an die Vorbereitungen für die anstehende Burgersession machte, präsentierte Michael kurz sein Unternehmen Dead or Alive Coffee und entführte die Teilnehmer in die Welt des Kaffees. Auch wenn ich nur mit einem Ohr dabei war, habe ich einige interessante Details mitbekommen, die mir vorher so nicht bewusst waren. Der Kaffee selbst ist, wenn man kräfitgen Kaffee mag, sehr lecker... der Leitspruch auf der Homepage "...and who the fuck needs wings now..." passt perfekt. Nach einem doppelten Espresso davon benötigt man sicher kein Energy-Brausegetränk... ganz gleich von welchem Hersteller.


Nun zu den Burgern. Zwei Stück standen auf dem Plan. Florian hatte freundlicherweise die Abschnitte des Dry Aged Durocschweins noch gewolft und somit war für mich klar, dass dieser mit einem Topping aus Apfel und Zwiebel ideal bedient wäre. Die Äpfel und Zwiebeln wurden kleingeschnitten und auf der Platte des Ringgrills karamellisiert, etwas Salz und Pfeffer darüber und mit einem Schuss Apfelsaft abgelöscht. Die smashed Patties wurden dann ebenfalls auf dem Ringgrill gebraten, das Topping darauf gegeben und mit etwas geriebenem lokalen Käse bestreut. Die Buns waren etwas fest, weshalb ich sie zum Ende der Garzeit direkt auf die Burger gelegt habe, so dass sie etwas weicher werden konnten, das hat wunderbar geklappt. Gleichzeitig machte es die obere Bunhälfte auch so wesentlich einfacher, die Burger von der Platte zu nehmen und direkt zu servieren. 16 auf einen Streich!

Burger Nr. 2 war dem ebenfalls vom Schwein, dieses Mal aber vom Wildschwein, dazu ein Topping mit karamellisierten Zwiebeln und Paprika, zerbröstelten Nachos und etwas geriebenem Käse.

Im Vorfeld waren einige verwundert, über die Zwiebelmengen, die ich vorbereitete, aber da ich diese ja nicht roh sondern karamellisiert verwende, schrumpfen diese natürlich deutlich zusammen. Anderseits wurde aber auch beim Geschmack der Grund schnell klar, den diese Toppings ergänzten den Fleischgeschmack einfach richtig gut. Beide Burger kamen ohne Sauce auf und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass jemand diese vermisst hätte.



Gesättigt konnte man dann auch problemlos dazu übergehen, die Schweineschulter und die Briskets zu begutachten, denn deren Anblick war ebenfalls wieder sehr appetitanregend. Andy gab dann auch noch ein paar Hinweise, so dass alle nachvollziehen konnten, warum das Fleisch einfach noch ein bisschen Zeit braucht.




Eine längere Verschnaupfspause in Bezug auf kulinarische Highlights wurde jedoch nicht gegönnt, denn kaum waren die Deckel der Watersmoker geschlossen, wurden bereits die nächsten Sachen vorbereitet: Chickenwings, zwei ganze Maispoularden, ein ordentliches Stück Pute sowie Bachforellen und -saiblinge. Bezüglich Fisch konnte ich auf jeden Fall auch noch ein paar nützliche Tipps mitnehmen, denn spätestens beim Servieren, dass, neben dem Huhn und der Pute, auch der Fisch definitiv auf den Punkt gegart war. Ich habe wirklich selten so saftigen Fisch gegessen! Beim Zerlegen der beiden Poulets habe ich auch nochmals genau hingeschaut, da Florian das doch etwas filigraner gemacht hat als ich üblicherweise. Ich hoffe, mir gelingt es beim nächsten, das ich zu Hause mache, genauso gut.





Ab hier kommen zwar keine Bilder mehr, aber gegessen wurde weiterhin. Pulled Pork und Brisket wurden serviert, dazu immer wieder ein paar Wedges oder Fritten, fleissig zubereitete von Stefan und Hirti.

Der krönende Abschluss waren dann noch Buchteln, Zimtschnecken und eine sensationelle Vanillesauce, zubereitetet von Hirti, der seit dem 01.03.2018 im Cuenstler in Bregenz kocht.

Zusammenfassend kann man wirklich sagen, dass es zwei geniale Tage mit sehr viel gutem Essen und einer guten Truppe war! Danke nochmals an Andreas für die Organisation und danke, dass ich mit dabei sein konnte!


Den Bericht zum Teil 1 dieses tollen Wochenendes gibt es hier.


Sonntag, 4. März 2018

BBQ on Snow 2018, Tag 1


Am vergangenen Wochenende fand in Sibratsgfäll bereits zum vierten Mal das BBQ on Snow, organisiert von Freestyle BBQ statt, zu dem sich insgesamt 40 Personen einfanden.

Die Crew traf sich bereits um 12.00 Uhr und nach einer kurzen Einweisung durch Andreas bereitete ich uns ein paar Burger zu und präparierte auch alles, um die Leute nach Ihrer Ankunft gleich mit einem frischen Burger in Empfang zu nehmen. Smashed Fried Onion Cheeseburger standen auf dem Plan, die gehen schnell und sind sehr lecker... und in letzter Zeit definitiv einer meiner Favoriten!


Mit etwas Verzögerung trudelten dann alle zwischen 14.00 und 14.30 Uhr ein, ein Unfall auf der Hauptzufahrtsstrecke hatte die Anfahrt etwas erschwert. Nachdem alle mit einem ersten Burger versorgt waren, erfolgte die Begrüssung durch Andy und die Vorstellung der Crew.



Während Florian im Anschluss die Vorbereitungen für die Zerlegung einer Duroc-Schweinehälfte traf, die 35 Tage unter entsprechenden Bedingungen trockengereift wurde, erhielten die Teilnehmer eine kurze Hofführung durch den Dornerhof von Hausherr Markus. Der im Verlaufe des Abends zerlegte, trockengereifte Jersey-Rinderrücken stammt aus der Biohaltung vom Dornerhof und so bekam man dann auch ein Praxisbeispiel dazu geliefert, wohin die unternommenen Massnahmen qualitätsmässig hinführen.









Während die Zerlegung noch im vollen Gange war und Florian die Fragen der Teilnehmer beantwortete, feuerte Alex seine Yagoona Ringgrills an, auf denen dann die Kurzbratstücke des Duroc zubereitete wurden, um den inzwischen aufgekommenen Hunger zu stillen!




Die Spareribs kamen direkt in einer der Napoleon Watersmoker, die Schulter wurde (bone in) vorbereitet, um dann gegen Mittag aufgelegt zu werden, um ein leckeres Pulled Pork für den nächsten Tag zu liefern.


Wie bereits zuvor erwähnt, folgte im Laufe des Abends noch die Zerlegung des Rinderrückens. Dieser Rücken vom Jersey-Rind, eine der ältesten Rinderrassen, war ebenfalls 35 Tage trockengereift, die Bilder zeigen die wirklich tolle Marmorierung, die letztlich zu einem fantastischen Geschmack geführt hat.





Die Steaks wurden auf verschiedenen Grills scharf angebraten und dann bei 100 bis 120 °C auf die gewünschte Kerntemperatur gezogen. Zur Verkürzung der Wartezeit gab es zusätzlich auch noch Cuts, die bereits vorher aus dem Rind ausgelöst worden waren, als Beispiele seien hier Flan- und Skirtsteak genannt. Die Brust wurde später (zusammen mit einer zweiten eines nicht trockengereiften Stückes und dem Pulled Pork) im Watersmoker aufgelegt und bis zum nächsten Nachmittag gegart.

Im Laufe des Abends wurden die Ribs seviert, zwischendurch gab es immer wieder selbstgemachte Fritten, und Potato Wedges.

Zu späterer Stunde servierte Hirti noch ein Dessert in Form eines Schokoladenkuchens mit weichem Kern, dazu zwei verschiedene Espumas. Absolut lecker und definitiv vielsagend, wenn ein Dessert an einem so fleischbetonten Tag dermassen viel Lob einkassiert!

Als Mitternachtssnack folgten dann noch überbackene Nachos, über zu wenig Essen konnte sich also wirklich niemand beklagen!

Fazit des ersten Tages: jede Menge leckeres Fleisch, tolle Location, tolle Leute, geile Veranstaltung!

Hier geht es zu Teil 2 des Berichtes.

Freitag, 23. Februar 2018

Guanciale Speciale di Valle del Reno


Auch wenn der Titel dieses Postings sehr ausgefallen klingt, wird die Suche nach diesem speziellen Produkt keine weiteren Ergebnisse liefern, handelt es sich doch hierbei einfach um mein persönliches Projekt, Guanciale selbst herzustellen. Da ich im (St. Galler) Rheintal wohne, war der Name einfach naheliegend...

Die frischen Bäckchen wurden erst etwas getrimmt, d.h. grobes Fett und Sehnen sowie Silberhaut wurden so gut wie möglich entfernt. Mir fiel dabei natürlich auf, dass es sich hier nicht um die ganze Backe inklusive dem Fettdeckel handelt sondern letztlich nur um das fleischige Stück. Für meinen ersten Versuch tut es der Sache jedoch keinen Abbruch, aber ich werde versuchen für den nächsten Test eine komplette Schweinebacke inklusive der Fettschicht zu bekommen, so dass ich letztlich auch einen richtigen Speck daraus machen kann.



Die vorbereiteten Bäckchen wurden dann mit einer Pökelmischung bestehend aus Nitritpökelsalz (NPS), Pfeffer, Zucker und frischem, gehackten Rosmarin eingerieben und einvakuumiert zum Pökeln bei ca. 2 bis 3 °C im Kühlschrank. Das Päckchen mit dem Fleisch einfach alle paar Tage wenden, so dass eine gleichmässige Pökelung gewährleistet wird.

Hierfür habe ich folgende Zusammensetzung pro kg verwendet (welche man nach persönlichem Gusto sicher variieren kann):
  • Nitritpökelsalz: 40 g
  • Pfeffer, gemahlen: 4 g
  • Zucker: 4 g
  • Rosmarin: 5 g



Nach 2 Wochen Pökelzeit wurden das Fleisch dann aus dem Vakuum genommen und die Pökelmischung unter Wasser abgespült. Je nach Dicke der Bäckchen kann auch eine längere Pökelzeit notwendig sein, ich bin dazu übergegangen lieber auf Nummer Sicher zu gehen.



Die sauberen und abgetrockneten Bäckchen wurden dann mit Schnüren präpariert, so dass diese dann zum Trocknen im Keller aufgehängt werden konnten. Die Empfehlung, die ich gefunden habe, schlägt hier 6 bis 16 °C und eine relative Luftfeuchte von ca. 65 bis 70 %, Bedingungen, die ich in dieser Form in meinem Keller habe.




Bezüglich der Trocknungszeit habe ich interessanterweise sehr unterschiedliche Informationen gefunden, die Zeitspanne reicht von 4 Wochen bis hin zu 4 Monaten. Glücklicherweise habe ich für diesen ersten Testlauf ca. 1 kg Ausgangsware genommen, so dass ich immer wieder ein Stück nehmen, aufschneiden und probieren kann, um den für mich optimalen Zeitpunkt zu ermitteln.

Während der Schinken im Keller vor sich hinreifte, hatte ich verschiedenste und sehr interessante Gespräche über diese Projekt auf diversen Plattformen, bei denen sich herauskristallisierte, das Fleisch nur bedingt lufttrocknen zu lassen und dann auf eine Vakuumreifung im Kühlschrank umzustellen, bevor am Ende nur ein knochenhartes Stück Trockenfleisch übrig bleibt.



Nach 8 Tagen Trockenreifung habe ich neugierigerweise mal ein Stückchen probiert und bin im Nachhinein auch sehr froh darüber. Das Stück war von der Konsistenz perferkt und geschmacklich eine Aromaexplosion. Daher wurden dann entsprechend alle Stücke von der Schnur befreit und einvakuumiert. 



Wie bereits erwähnt: das Ergebnis ist kein richtiger Guanciale (deswegen habe ich das Produkt jetzt auch Guanciale Speciale getauft), da definitiv das Fett fehlt, aber geschmacklich ist das Ganze ein absolutes Highlight, das wir dann auch so in einer Spaghetti Carbonara verarbeitet haben. Das fehlende Fett aus dem Speck wurde dann einfach durch Baconfett ersetzt.



Der Anschnitt, den ich Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte, zeigt schön, dass das Fleisch ordentlich durchgepökelt und auch schön getrocknet ist. Mit dem entsprechenden Messer lässt es sich auch wunderbar schneiden und eignet sich auch gut auf einer Scheibe Brot... ein paar Gürkchen dazu, fertig!



Diese Bäckchen habe ich bereits nachgeordert und ich werde auf jeden Fall einen kleinen Vorrat dieser Bäckchenschinken anlegen, der richtige Guanciale auf Basis der kompletten Schweinebacke ist auch schon in der Pökelphase... dazu wird es aber später nochmals einen separaten Bericht geben.

Freitag, 9. Februar 2018

Poulet-Lauch-Pie


Draussen ist es immer noch kalt und ungemütlich... definitiv die richtige Zeit für leckere Pies, die natürlich eher ein Gericht für die kältere Jahreszeit sind.

Pies habe ich schon das ein oder andere mal gegessen, vor allem während meines Aufenthaltes in Neuseeland, aber selbst gemacht hatte ich sie bis jetzt noch nicht. Daher stand jetzt mal ein Poulet-Lauch-Pie auf dem Plan. Für den Teig habe ich bewusst auf einen Blätterteig verzichtet.


Zutaten für die Füllung
  • Pouletoberschenkelfleisch, ohne Haut, ohne Knochen, gewürfelt
  • 2 mittelgrosse Kartoffeln, fein gewürfelt
  • 2 Stangen Lauch, in Ringe geschnitten
  • Hühnerfond
  • 1 grosse Zwiebel, in Streifen geschnitten
  • Mehl
  • Salz, Pfeffer


Zutaten für den Teig (für eine Form mit 25 cm Durchmesser)
  • 300 g Mehl
  • 150 ml Wasser
  • 25 ml Öl
  • 6 g Salz
  • 6 g Zucker
  • 10 g Hefe


Zubereitung


Im ersten Schritt wird das Pouletfleisch in einer Pfanne scharf angebraten, anschliessend gibt man die Kartoffenl und den Lauch hinzu. Mit dem Hühnerfond ablöschen und auf kleiner Flamme für ca. 20 Minuten köcheln lassen. Danach die Zutaten aus der Flüssigkeit nehmen, diese dann abgiessen und auffangen.





Die Zwiebeln mit etwas Öl andünsten, das Mehl hinzugeben und anrösten, anschliessend mit ca. der Hälfte des Hühnerfond ablöschen und einreduzieren, bis die Konsistenz dickflüssig ist. Bei Bedarf kann noch weiterer Hühnerfond hinzugefügt werden. Die restlichen Zutaten werden nun ebenfalls in die Flüssigkeit gegeben.





Während die Füllung auskühlt wird der Teig zubereitet, am einfachsten funktioniert es mit einer Küchenmaschine. Hierzu alle Zutaten in die Rührschüssel geben und 15 Minuten kneten, bis ein glatter Teig entsteht, der dann an einem warmen Ort noch für eine Stunde ruht.



Den Teig dann so gross ausrollen, dass einerseits die Form (in diesem Fall habe ich mich für die gusseiserne Pfanne FP25H von Petromax (*) entschieden) ausgelegt werden kann und andererseits noch genügend Teig übrig bleibt, um einen Deckel auszurollen.

Die Füllung wird dann auf den Teig gegeben und alles mit dem Teigdeckel verschlossen. Mit der Gabel macht man dann noch Löcher in den Deckel, so dass beim Backen der Dampf besser entweichen kann und sich der Deckel nicht zu sehr aufwölbt.

Die Backzeit bei ca. 200 °C betrug eine knappe halbe Stunde, ich habe die Gusspfanne hierfür einfach in den Grill bei indirekter Hitze gestellt, das funktioniert aber auch problemlos im Backofen.





Das Ergebnis war ein sehr leckerer Pie, werde ich in dieser oder auch anderen Variationen sicher wiederholen. Die Teigwahl hat sich als sehr gut herausgestellt, denn der etwas festere Teig (auf Basis eines Pizzateiges) weicht nicht so schnell durch wie ein Blätterteig und ist auch nächsten Tag noch nicht matschig.





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