Mittwoch, 23. März 2022

4 Burger für eine Halleluja


Eine Sache vorneweg, nicht dass ihr denkt, ich könne nicht zählen... es gab auch noch einen "Dessertburger", was aber in meinen Augen kein Burger ist... ich halte es da immer noch mit der Definition von George Motz, die ihr auch in meinem Buch ganz vorne findet: "It is one thing only: chopped beef, cooked somehow and put on bread. That’s a hamburger."

Bei frostigen Temperaturen (wenn auch nicht so tiefen wie im Januar) wurde serviert.... aber heiss waren die leckeren Burger natürlich trotzdem!

Nach einer Zwangspause im letzten Jahr konnte dieser Jahr traditionsgemäss der W.E.S.T. den BBQ-Zirkus (allerdings auch hier mit einer Corona-bedingten Verzögerung) eröffnen und ich hatte die Gelegenheit einen Burgerkurs abzuhalten!

Entspannte Anreise am Freitag dieses Mal über den Reschenpass mit einem kleinen Fotostopp, das Wetter spielte ja wunderbar mit.


Nicht nur auf dem Weg war das Wetter phänomenal, sondern auch am Wettkampfort in Rein in Taufers. Im Januar hat man dort üblicherweise für 30 bis 60 Minuten am Tag Sonnenschein, aber im März ist das natürlich etwas anders. 


Nach einem gemütlichen Start in den Freitag, den ersten Treffen, guten Gesprächen und einem leckeren Abendessen, ging es dann am Samstag mit 10 Teilnehmern zur Sache...




4 Burger und ein "Dessertburger" wurden vor Ort zubereitet. Den Anfang machte mein Lieblingsburger, der Smashed Onion Burger. Bun, Fleisch, Zwiebeln, Gurken, Käse. Das reicht vollkommen. Das Fleisch vom Südtiroler Weiderind (danke an dieser Stelle an die Metzgerei Stolzlechner) kam hier hervorragend zur Geltung! Auch die fluffigen Kartoffelbuns möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich hervorheben, klasse Bäcker!


Burger Nummer 2: der Bier-Pilz-Burger mit kräftig gebratenen Champignons, Zwiebeln, meiner Stout-BBQ-Sauce mit Morcheln und Käse... voll auf die zwölf der Geschmacksnerven!


Danach der Apfeltraum mit karamellisierten Äpfeln und Zwiebeln, sowie einer Sauce aus Apfelsaft, die mit Ingwer und Chilis aromatisiert wurde! Bäääämmm!!!


Dann das Highlight, der W.E.S.T. 2022 Signature Burger mit Rohnen (Randen, rote Bete), Ziegenfrischkäse und Schüttelbrotcrunch! Megalecker!




Den Abschluss machte dann ein Dessertburger im Faschingskrapfen (ohne Füllung) mit Rhabarberkompott und karamellisierten Äpfeln... den haben dann einige garnicht mehr geschafft...


Ein toller Nachmittag und ich freue mich schon auf Januar 2023, wenn der W.E.S.T. bei wahrscheinlich etwas widrigeren Bedingungen wieder lockt...


Dienstag, 15. Februar 2022

One Snack in Bangkok


Eine kleine Zeitreise... in eine Zeit, in der ich noch etwas mehr gereist bin als in den letzten beiden Jahren...

Während verschiedener Reisen ans andere Ende der Welt, nämlich Neuseeland, hatte ich jeweils  einen Stopover  in Bangkok, welchen ich dann immer wieder für eine kleinen kulinarischen Ausflug genutzt habe, hier sind ein paar Impressionen davon. Die Reise liegt zwar schon eine Weile zurück, die Eindrücke sind aber trotzdem sehenswert...



Hier trifft die Bezeichnung "Streetfood" auf jeden Fall noch zu, denn neben den wenigen fest installierten Ständen, die für uns Europäer auch nur bedingt einladend aussehen, wird das meiste direkt auf der Strasse serviert... ein Moped hält am Strassenrand an, es kommen ein paar Spiesschen auf den Grill,man zahlt, bekommt das Fleisch samt Beilage und schon saust das Moped weiter.







Viele im Bekanntenkreis haben dies als sehr "abenteuerlich" bezeichnet, ich selbst habe es definitiv nicht bereut, denn ich habe mich für sehr kleines Geld richtig sattgegessen... Rind, Schwein, Poulet und Reis... alles zusammen mit einem Getränk für unter 2 Franken / Euro... da kann man nichts sagen... wahrscheinlich habe ich hier dann aber schon den Touristenaufschlag mit im Preis gehabt.














Samstag, 22. Januar 2022

Der perfekte Teller - angewandte Buchumsetzung

 

Vor einiger Zeit habe ich mir ein spannendes Buch zum Thema "Teller anrichten" gekauft, da dieser Teil des Menus nicht so richtig zu meinen Stärken zählt und schliesslich isst das Auge ja auch mit. Also musste ich mir hier etwas unterstützendes Material besorgen.

Das Buch hat mir mit Tipps und Tricks schon weitergeholfen und ich werde auch in Zukunft weiter fleissig üben.

Für die ersten Versuche bin ich schon einmal ganz zufrieden, hier mein Weihnachtsmenu in Bildern:


Heiligabend, 24.12.2021



Getrüffelte Carbonara im Parmesankörbchen



Lammnierstück auf Kürbispüree und Bratkartoffeln auf Bärlauch-Chimichurri



Bratapfelchutney mit (etwas dunkel geratenen Nüssen) auf Vanille-Mascarpone-Creme mit Spekulatiusbröseln




1. Weihnachtstag, 25.12.2021



Oktopus auf französischem Kartoffelpüree mit rote Bete und Schafskäse



Steinbutt auf Bärlauchcreme mit Herzoginkartoffeln und Granatapfelkernen



New York Cheesecake auf Meringue mit Mango und Himbeeren







2. Weihnachtstag, 26.12.2021



Wagyu-Ravioletti auf Tomatensugo mit Steinpilzen



Taubenbrust mit Semmelknödeln und Rotkraut



Meringue und Mango




Donnerstag, 6. Januar 2022

Weihnachtlicher Nachschlag

 

Ich wollte dieses Jahr die Feiertage nutzen, um einerseits leckeres Essen auf den Tisch zu zaubern und andererseits aber auch ein bisschen zu entspannen... daher kommt mein Bericht vom letzten Grillkurs des Jahres mit leichter Verspätung.

Eine Woche vor Weihnachten habe ich zusammen mit Genusspuur nochmals einen Burgergrillkurs mit weihnachtlichen Wagyuburgern durchgeführt. Ursprünglich hatte ich so kurz vor den Feiertagen eher mit einem reduzierten Feedback gerechnet, am Ende waren wir dann aber doch 38 Personen, die es zu verköstigen galt! Trotz der aktuellen Situation konnten wir alles problemlos im Freien mit reichlich Abstand durchführen.



Glühwein und -most, Punsch und natürlich auch alkoholfreie Getränke, für jeden Geschmack etwas dabei als Begleitung für 2 ausgefallene Weihnachtsburger:

  • Weihnachtsschmaus: Wagyupatty auf weihnachtlichem rotem Coleslaw mit einem Topping aus  knusprigen Semmelknödel-Croutons und einer schmackhaften Bratensauce mit Morcheln serviert im DejaMOO Cuban Bun
  • Bratapfelburger: Wagyupatty auf Rucolasalat mit einem flambierten Bratapfeltopping und rezentem Chilikäse serviert im DejaMOO Cuban Bun




Ein toller Jahresausklang, viele zufriedene Gesichter und eine angenehme Stimmung bei flackerndem Feuer!

Ein grosses Dankeschön, an alle, die dabei waren, das war ein mega Abend!




Fotos: Sandro Gfrerer, Eyecom Design

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Büffel-Bratwürste


Dieser Beitrag ist irgendwie durchgerutscht und sollte schon seit... nun ja, sicher seit gut 4 oder 5 Jahren... online sein... ein Beitrag aus einer Zeit als Büffel Bill noch ganz am Anfang stand und ich einer der ersten war, die die Produkte testen durfte...

Wursten ist gar nicht so schwierig (und inzwischen ja auch sehr populär geworden), mit dem Fleischwolf, einem Wurstaufsatz und einem kleinen bisschen Übung/Routine geht es sogar recht gut von der Hand.



Aus dem gewolften Ribeye von Büffel Bill (hier kann man sicherlich auch Nackenfleisch nehmen) habe ich nach der Bolognese und den Hackfleischbällchen, die ich vor längerer Zeit schon vorgestellt hatte, auch noch Würste gemacht (irgendwie ist der Beitrag etwas verschüttet gewesen und kommt daher erst jetzt), von denen ich Euch hier 2 Rezepte vorstellen möchte.


Büffel-Bier-Bratwurst
  • 1 kg Büffel Hackfleisch
  • 20 g Salz
  • 4 g Zucker
  • 20 g Zwiebelpulver
  • 2 g Pfeffer
  • 0.5 g Muskatnuss
  • 0.5 g Majoran
  • 250 ml Bier


Büffel-Rotwein-Bratwurst
  • 1 kg Büffel Hackfleisch
  • 20 g Salz
  • 5 g Zucker
  • 10 g Röstzwiebeln
  • 2 g Pfeffer
  • 0.5 g Koriander
  • 0.3 g Piment
  • 2 g Majoran
  • 250 ml Rotwein




Samstag, 13. November 2021

O Burger, du trägst ein’ grünen Zweig...

 

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du trägst ein’ grünen Zweig,
den Winter, den Sommer,
das dau’rt die liebe Zeit.

Mit dieser Strophe beginnt ein deutschsprachiges Volkslied, das heutzutage eher als Weihnachtslied herangezogen wird. Was dieser Text mit diesem Post zu tun hat? Das erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Anfang November habe ich es nach langer Corona-Pause geschafft, meinen guten Freund Gary zu besuchen und wir haben in freier Natur einen Burger zubereitet, bei dem das Thema Tanne eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat.

Inspiriert durch eine Netflix-Folge von Chef's Table, bei der es um Lennox Hastie ging, diskutierten wir schon eine ganze Weile über mögliche Ideen und die Skizze änderte sich mehrfach, bis sie letztendlich so aussah. Danke nochmal für die coole Fachsimpelei im Vorfeld, das hat wirklich richtig Spass gemacht, Gary!

Aber fangen wir einfach mal von vorne an, nämlich beim Fleisch. Zwergzebu von einer lokalen Herde stand auf dem Plan und da wir am Freitag für eine kleine Sightseeing-Tour in der Gegend unterwegs waren, machten wir auch einen Abstecher zur Weide.

Im Anschluss ging es gleich weiter zur nächsten Zutatenquelle, einem Waldstück, in dem das perfekte Moos für unseren Waldburger wächst. Wir ernteten 2 schöne Stück und schnitten das Ganze zu Hause fein säuberlich mit der Nagelschere zurecht. Fehlten nur noch die Pinzetten, um das Sterne-Küchen-Feeling perfekt zu machen.

Da das Zwergzebufleisch üblicherweise sehr mager ist (wer es nicht kennt, es ist geschmacklich zwischen normalem Rind und Wild, sehr lecker), entschieden wir uns dafür, auch noch eine Portion vom fetten Fleisch aus dem rassentypischen Höcker mit unterzumischen.

Die Zubereitung selbst erfolgte über einem schönen Holzfeuer in der freien Natur, nahe beim Lech. Also Patties formen, Pilze schneiden und diese erst einmal kräftig anbraten. Danach das Fleisch mit Zirbensalz würzen und auf der gewürzten Seite in der heisse Pfanne anbraten, auf die Oberseite wurde dann noch ein feiner Zirbensenf verteilt.



Parallel dazu wurde das Moos in heissem Sonnenblumenöl frittiert und nach dem Abtropfen leicht gesalzen. In einer Tajine wurde etwas Glut gegeben, welche wiederum mit Tannenzweigen abgedeckt wurde, das angebratene Patty wurde auf diesem Bett dann kurz geräuchert. Definitiv muss man hier vorsichtig sein, da der Tannengeschmack schnell zu intensiv werden kann.


Danach das Patty nochmals kurz in die Pfanne, Ziegenweichkäse daraus, mit Tannenbros beträufeln, den Zebuschinken und das Moos daraufgeben und mit dem Bundeckel nochmals kurz ziehen lassen, so dass der Käse weich wird.


Auf den unteren Teil des Buns kam ein Tannenspitzenpesto sowie die zuvor angebratenen Pilze. Das Bun selbst war auch kein Standardbun, sondern wurde, auf Basis meiner Cuban Buns, noch durch die Zugabe von Cranberries verfeinert. Der fertige Burger war dann ein absoluter Hochgenuss und fügte sich so zusammen, wie wir es uns auf dem Papier vorgestellt hatten...